Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einer Sache über die oft wenig gesprochen wird. es geht um den umgang mit privaten finanzen und wie man möglichst viel Geld für die Dinge im Leben hat, die Spaß machen, oder um langfristig Vermögen aufzubauen.
Einkommen vs. Kosten
Natürlich gibt es zwei mögliche Ansatzpunkte. Ein möglichst hohes Einkommen und möglichst niedrige Kosten. Natürlich ist es optimal, wenn das Einkommen hoch oder höher ist, aber ich werde hier wohl eher das Thema Kosten beschreiben, sowie wie man mit einem möglichen Sparbetrag möglichst optimal umgeht.
Haus/Wohnung Mieten vs. Kaufen?
Es gibt hier keine eindeutige Antwort. Es kommt mal wieder darauf an. Es gibt günstige Mietwohnungen und es gibt günstige Wohnungen zu kaufen. Auch wenn viele vom Kauf träumen, kann ein Kauf einem Flexibiltät im Leben nehmen; man zieht schneller aus einer Mietwohnung in eine andere. Außerdem würden manche Menschen von Kauf abraten, weil es besser wäre stattdessen fünf andere Wohnungen zu kaufen und mit 80% Bankfinanzierung über die maximale Laufzeit von 30 Jahren zu finanzieren. Diese Zinsaufwände kann man nämlich steuerlich absetzen, die auf das Eigenheim nicht! Aber um zu vermieten bzw. gute Anlegerwohnungen zu kaufen, muss man sich natürlich etwas damit beschäftigen und es ist nicht für jedermann.
Ich möchte hier ein auch erwähnen, dass es in Wien günstige Altbauwohnungen zum Kauf gibt. Diese sind günstiger vielleicht um die Hälfte und man erspart sich hier genauso wie bei einem Neubau die Miete. Wenn man selbst dort wohnt, ist es unerheblich wieviel die Altbauwohnung gekostet hat - die Mietersparnis ist die gleiche! Natürlich sollte man darauf achten, dass der Altbau im guten Schuss ist sowie thermisch saniert wurde mit einem HWB vielleicht unter 100 oder ähnlich - damit nicht die Heizkosten die Ersparnis vernichten.
Also man kann mieten oder kaufen, hauptsache es ist günstig und es gefällt einem auch dort. Ich glaube niemand würde gerne 60 Jahre in einer Wohnung leben wollen, die einem nicht gefällt, nur um die Miete möglichst günstig zu haben. Es muss einfach das Gesamtpaket stimmen.
Auto kaufen oder Leasen?
Auch hier gibt es kein richtig oder falsch. Es gibt oder gab einst echte 0 % Finanzierungen mit Leasing - da kann man offensichtlich nicht nein sagen, weil man hier offensichtlich geld spart. Am besten Angebote in die KI des Vertrauens werfen und vergleichen lassen.
Haushaltsplan und wo Kosten sparen?
- Miete: ist natürlich einer der größten Hebel. Ich beziehe mich hier auf Wien. Am besten ist es natürlich mit einem Parnter oder Partnerin sich die Kosten zu teilen, aber das kann man sich nicht immer selbst aussuchen. Im besten Fall ist die Wohnung von Wiener Wohnen oder einer gemeinnützigen Genossenschaft und in etwa auf 10 EUR/m² in wien (Stand 2020-25). Wenn man teurer wohnt, am besten auf willhaben.at einen Suchagenten anmelden bzw. beim wohnservice wien (online-Zugang von Wiener Wohnen) bei möglichst allen Wohnungen anmelden. vielleicht ist ja etwas dabei.
- Strom: ist natürlich eine komplizierte Sache und nicht für jeden Laien klar. aber am besten mal bei durchblicker.at eingeben wie viel MWh man im Jahr benötigt und mit dem eigenen Anbieter vergleichen (vermutlich kommt der auch im Vergleichsportal)
- Auto: Autos sind eine ziemlich teure Geschichte. Wenn es notwendig ist, ist es so, aber wenn man wenig fährt, kann man überlegen, es zu verkaufen und stattdessen auf Mietwagen wie zb ShareNow (ehemalig car2go) umzusteigen. Da zahlt man vielleicht 2-4x im Monat seine 30€, aber es gibt einfach kein Auto was unter 200€ im Monat kostet. (unter Berücksichtigung sämtlicher Kosten, also auch Abschreibung)
- Bankkonten: Wer noch ein Konto hat mit Kontogebühren: weg damit! ein Gehaltskonto darf kein Geld kosten. 7€ im Monat ist nicht viel Geld? Doch, 100€ im Jahr ist viel Geld! am besten kurz googeln und dann ein Gehaltskonto eröffnen zb bei easybank und dann dem Arbeitgeber sagen, er soll das gehalt dort hin überweisen. Am Anfang kann man sich mit einem Dauerauftrag vom neuen auf das alte Konto weiterhelfen, dass die Kosten und Abbucher am alten Konto gut weiterlaufen. Im nächsten Schritt muss man ALLE Kontobewegungen am alten Konto durchgehen und jedem dort am besten eine E-mail schreiben und den neuen IBAN bekannt geben. Nach wenigen Monaten sollte der Umzug vollzogen sein.
- Kreditkarte: Wer in der heutigen Zeit noch eine Kreditkarte mit 70-140€ Jahresgebühr bezahlt, ist selbst schuld. Sofort stornieren. Das bischen Reiseversicherung gibt es oft günstiger extra. Mittlerweile sind ja alle Konten wie eine Kreditkarte zu verwenden. Außerdem gibt es online viele Kreditkarten, zb die von Amazon mit 0,5% cashback auf alle Abbuchungen.
- Handy: Wer noch einen Vertrag hat, der 20€ oder mehr kostet in Österreich, sollte unbedingt wechseln auf 10 oder 15 €, zB Hot von Hofer, spusu oder ähnliche.
- Versicherungen: Man sollte nur versichern, was man auch wirklich braucht, weil ein Schadensfall den persönlichen Ruin bedeutet würde. Klassisch ist zB die Haushaltsversicherung komplett unnötig. Der darin wichtige Teil nennt sich Privathaftpflicht und schützt davor, wenn man anderen einen Schaden verursacht in der Höhe von vielleicht 10 Mio. EUR. Diese Versicherung abschließen und die Haushaltsversicherung kündigen. Man spart sich die Versicherungsbeträge und wenn mal was kaputt wird, ist man nach einigen Jahren jedenfalls im Plus. Auch erspart man sich Zeit und Ärger, bei der Haushaltsversicherung die Schadensfälle einzureichen.
- Unfallversicherung auch eher nein; außer man arbeitet körperlich und hat Kinder.
- Private Krankenversicherungen auch nein, außer man hat schon genug Vermögen aufgebaut - es ist eher ein Luxus. Nicht aber bei Babies: aufgrund der vielen Impfungen ist man hier in den ersten Lebensjahren netto im Plus.
- Pensionsversicherungen sind mittlerweile auch nicht mehr rentabel. Sie sind steuerlich nicht mehr absetzbar in Österreich und außerdem sind sie oft so konservativ veranlagt, dass langfristig die Performance sehr schlecht ist.
- Als Alternative kann man sich Fondgebundenen Lebensversicherungen ansehen. Man spart sich bei Pensions- sowie Fondgebundenen Versicherungen die Kapitalertragssteuer in Österreich, welche gut für Zinseszins ist. Leider ist die Gebührenstruktur fast immer undurchsichtig. Es gibt auf die EInzahlung eine 4 %ige Versicherungesteuer, aber langfristig ist keine KESt ein größerer Vorteil.
- Sparbücher: Bitte nicht mehr als 10-20% des Geldes in Sparbücher investieren. Die Zinsen sind meist unter Inflation, was bedeutet, das Geld weniger Wert wird. Es sollte aber immer 1-3 Monatsgehälter kurzfristig für größere Ausgaben kurzfristig verfügbar auf einem Sparbuch liegen - oder besser Tagesgeld, weil diese sofort verfügbar sind.
- Tagesgeld: Es gibt oft einige Anbieter, die oft hohe Tagesgeldzinsen haben. Dazu zählen vor allem die Bank Santander. Mittlerweile gibt es auch oft broker, die mit guten Zinsen locken, damit man bei Ihen investiert. Dazu zählt zum Beispiel trade republic, welche auch steuereinfach sind (das heißt, dass die die KeSt für den Kunden abführen). Es gibt auch scalable capital, aber dort muss man selbst die Zinserträge in der Steuererklärung anführen und ist daher nicht etwas für jedermann.
- Sparen: Am besten einen Dauerauftrag so einstellen, dass gleich nach dem Monatsgehalt ein gewisser Betrag X vom Gehaltskonto abgebucht wird und in ein Depot fließt. Dort sollte man vielleicht konservativ in MSCI World (breit gestreuter Fonds, weltweit) investieren, damit man aufgrund der Diversifikation kein hohes Risiko eingeht. Ich kann als broker flatex.at empfehlen, welche günstige Depotgebühren haben. Leider zahlt man KESt (nicht so bei Fondsgebundenen Lebensversicherungen)